Vom Dashboard zur Netz-Kommandozentrale

Im ersten Teil ist ein schlankes Heimnetz-Dashboard auf dem Raspberry Pi entstanden – Geräte erfassen, beschriften, Shellys schalten. Seitdem ist einiges dazugekommen. Ein Überblick, was das Ding inzwischen alles kann.

Der Router redet mit

Ein selbst geschriebener MikroTik-API-Client (reines Node) liest jetzt die DHCP-Leases und die ARP-Tabelle des Routers. Damit findet das Dashboard MAC-Adressen und Namen, die der nmap-Scan allein nicht sieht – und zieht bei einem IP-Wechsel automatisch nach. Umgekehrt schreibt es die im Dashboard vergebenen Klarnamen als Kommentar in die DHCP-Leases zurück, sodass auch im Router lesbare Namen statt kryptischer Kennungen stehen.

Shelly, stark ausgebaut

In der Handy-Ansicht zeigt jede Shelly-Kachel jetzt Leistung und Gerätetemperatur; eingeschaltete Geräte leuchten gelb, hoher Verbrauch wird rot markiert. Neue Shellys werden automatisch erkannt (über ihre /shelly-Kennung) und in die Steuerung aufgenommen. Umbenennen geht direkt auf der Steuerseite – der Name wird ins Gerät geschrieben und ist so überall gleich. Und aus Sicherheitsgründen schaltet das System den eigenen WLAN-Accesspoint der Shellys automatisch ab.

Telegram als Fernbedienung

Das Dashboard meldet sich jetzt aktiv: neues/unbekanntes Gerät im Netz, Pi zu heiß, Shelly überhitzt, WLAN-Ausfall. Und man kann es steuern – /watt listet die eingeschalteten Shellys mit Leistung, /dhcp die Router-Leases, /log die Statuswechsel, /eco schickt den Pi in den Sparmodus. Jede gesendete Nachricht landet zusätzlich in einem Log.

Strom sparen, ohne nachzudenken

Statt eines starren Zeitplans läuft das System adaptiv: voller Betrieb nur, wenn wirklich jemand aufs Dashboard schaut – sonst geht es nach 30 Minuten in einen Ruhemodus, in dem Scan und Ping pausieren. Wird der Pi zu warm (ab 70 °C), pausiert er sich selbst für 15 Minuten.

Verlässlicher überwachen

Funk-Geräte, die kurz „flattern", werden nicht mehr fälschlich als offline gemeldet – erst nach drei Fehlversuchen in Folge. Ein eigener WLAN-Wächter pingt die Access Points tagsüber und warnt bei Ausfall. Und ein Statuswechsel-Log hält fest, wann welches Gerät ging und kam – im Dashboard und per Telegram.

Übersicht und Komfort

Oben gibt es jetzt KPI-Kacheln (online/offline, Shellys an, Gesamt-Watt), deren Zahlen als Filter klickbar sind. Suche und Sortierung wurden erweitert, es gibt einen Backup-Knopf mit Sofort-Download, einen sauberen PDF-Export im Querformat und – praktisch nach einem Neustart – eine automatische Nachfrage nach dem Code, statt eine Änderung zu verwerfen.

Fazit

Aus dem einfachen Inventar-Tool ist so eine kleine Netz-Kommandozentrale geworden: Sie erkennt, überwacht, steuert, meldet und spart Strom – komplett selbst gehostet auf einem Raspberry Pi, mit reinen Node-Standardmodulen. Und weil der Code jetzt in Git liegt, ist der nächste Ausbau nur einen Commit entfernt.